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21.10.18

ZEITSCHRIFT: LOTUSBLÜTEN




Lotusblüten (1893-1900) und Neue Lotusblüten (1908-1915) waren von Franz Hartmann herausgegebene theosophische Zeitschriften.




Lotusblüten

Die Zeitschrift nannte sich eigentlich Lotusblüthen, nach heutiger Rechtschreibung wird das "h" jedoch weggelassen. Sie bezeichnete sich als:

„Ein monatlich erscheinendes Journal enthaltend Originalartikel und ausgewählte Übersetzungen aus der orientalischen Litteratur in Bezug auf die Grundlage der Religionen des Ostens und der Theosophie."

Die erste Ausgabe erschien im Januar 1893 in Leipzig, die letzte im September 1900, also insgesamt in 98 Ausgaben. Dabei wurden jeweils sechs Ausgaben zu einer Edition gebunden, d. h. die Ausgaben Januar bis Juni wurden zu einem großen Heft zusammengefasst, welches jeweils im März erschien, ebenso die Ausgaben Juli bis Dezember mit Erscheinungsdatum September. Insgesamt waren es 16 Bände.

Franz Hartmann fungierte nicht nur als Herausgeber, sondern verfasste auch den größten Teil der publizierten Artikel. Der Gesamtumfang belief sich während des 8-jährigen Erscheinens auf etwa 7300 Seiten, davon wurden rund 6100 von Hartmann selbst verfasst bzw. aus dem Englischen übersetzt, der Rest verteilte sich etwa zu gleichen Teilen auf Leserbriefe (Briefkasten genannt) und andere Autoren.

In erster Linie wurden Themen rund um östliche Philosophien, wie Buddhismus, Yoga, die Veden, Upanishaden und die Bhagavad Gita publiziert. Okkultismus und Magie gehörte aber ebenso zum Repertoire, wie Artikel über die christliche Mystik und natürlich vieles rund um die Theosophie.

  • Übersicht aller veröffentlichten Artikel in den "Lotusblüten" 1893-1900 (link)
  • Sie können alle Bände in IAPSOP herunterladen (link)



Neue Lotusblüten

Die Neuen Lotusblüten, diesmal wegen einer Rechtschreibreform ohne "h" geschrieben, stellten die Fortführung der in der Zeit von 1901 bis 1907 eingestellten Zeitschrift dar. Die erste Ausgabe erschien Juni/Juli 1908 in Leipzig und Berlin die letzte Ausgabe war die Doppelnummer November/Dezember 1915 (Heft 11/12).

Während des 8-jährigen Erscheinens bis 1915, belief sich der Gesamtumfang auf etwa 3000 Seiten, wovon Hartmann rund 1700 verfasste. Rund 120 Seiten fielen auf die Leserbriefe und etwa 190 auf andere Autoren. Die Ausgabe 1913, im Umfang von rund 390 Seiten, wurde, wegen Hartmann's Tod am 7. August 1912, von Paul Harald Grävell von Jostenoode (1856–1932) herausgegeben.

Der Inhalt hatte sich gegenüber den Lotusblüten dahingehend geändert, dass nun Fotos abgedruckt wurden, Kindergeschichten Aufnahme gefunden hatten und vermehrt Biografien und Nachrufe von Theosophen erschienen. Die Informationsdichte und das "esoterische Niveau" erreichte jedoch nicht mehr die Qualität der ersten Lotusblüten.

  • Übersicht aller veröffentlichten Artikel in den "Neuen Lotusblüten" 1908-1915 (link)
  • Leider ist "Neuen Lotusblüten" noch nicht digitalisiert worden.



Wirkung

Als eine der ersten Zeitschriften brachten die Lotusblüten echtes esoterisches Gedankengut sowie östliche Philosophien einer breiteren Öffentlichkeit in den deutschsprachigen Ländern nahe. Insbesondere verschiedene Yogatechniken, zu jener Zeit noch als Geheimwissen gehandelt, wurden dadurch erstmals einem größeren Publikum bekannt.





ZEITSCHRIFT: SPHINX



„Monatschrift fur die geschichtliche und experimentale Begrundung der ubersinnlichen Weltanschauung auf monistischer Grundlage.“


Die Sphinx (1886-1896) war eine Zeitschrift, die theosophische Weltanschauung vermitteln sollte. Sie wurde in Leipzig und Braunschweig von Wilhelm Hübbe Schleiden herausgegeben und erschien monatlich.


Anfangs war sie als Publikationsorgan der Loge Germania gedacht, wurde dann aber aufgrund des Hodgson Reports und dem daraus folgenden Zerfall der Loge Germania nicht als solche veröffentlicht, sondern als Zeitschrift der Münchner Psychologischen Gesellschaft. Seit dem Jahrgang 92/93 war sie das offizielle Organ der Theosophischen Vereinigung ab 94 auch der Deutschen Theosophischen Gesellschaft.

In erster Linie wurden Themen rund um Metaphysik, Mystik, Philosophie und indische Religionswissenschaft publiziert. Das Auftreten entsprach einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift, die theosophische Weltanschauung stand jedoch bei den Artikeln im Vordergrund.

Die Zeitschrift übte großen Einfluss auf einige theosophische Gesellschaften in Deutschland aus und trug auch maßgeblich zu Neugründungen bei. Vor allem waren dies die Theosophische Vereinigung, der Esoterische Kreis und der Zusammenschluss dieser beiden zur Deutschen Theosophischen Gesellschaft.

Mitarbeiter waren neben Hübbe-Schleiden unter anderem Max Dessoir, Franz Hartmann, Carl Kiesewetter und Carl du Prel. Von 1891 bis 1894 schuf der Maler Fidus zahlreiche Illustrationen für die Sphinx.


Weblinks
  • Übersicht aller veröffentlichten Artikel 1886-1896 (link)
  • Sie können alle Bände in IAPSOP herunterladen (link)